Stimmung in der Personalberatungsbranche ist weiterhin sehr verhalten

Bonn, 02.04.2025 – Die Stimmung in der Personalberatungsbranche ist auch zu Beginn des neuen Jahres deutlich verhalten. Das zeigt der Geschäftsklimaindex, den der Bundesverband Deutscher Unternehmensberatungen BDU e.V. regelmäßig unter Personalberatungsfirmen in Deutschland erhebt. Demnach liegt der Index aktuell bei 77,2 Punkten, das sind 2,1 Punkte weniger als im Oktober 2024. Zum Vergleich: Im 1. Quartal 2024 lag er bei 81,5 Punkten.
Je nachdem auf welche Branchen sich die Personalberater spezialisiert haben, fallen die Ergebnisse noch mal unterschiedlich aus. Unternehmen, die hauptsächlich im Fahrzeugbau Positionen besetzen, sind mit derzeit 65,7 Punkten sehr verhalten. Ähnlich sieht es im Maschinenbau aus (69,6 Punkte). Deutlich besser ist die Stimmung unter Personalberaterinnen und -beratern, die in der Versicherungs- sowie in der Energiebranche Positionen besetzen. Hier liegt der aktuelle GKI bei 97,5 bzw. 95,0 Punkten. Ähnlich positiv ist die Lage bei Beratern, die sich auf die Besetzung von Positionen im IT-Bereich spezialisiert haben. Hier liegt der Index bei 96,4 Punkten.
„Die GKI-Zahlen zeigen, dass die gesamte Personalberatungsbranche einen eher schweren Start ins neue Jahr hatte. Allerdings sieht man auch sehr deutliche Unterschiede, je nachdem auf welche Branchen bzw. Funktionen sich die Unternehmen spezialisiert haben. Wir hoffen daher, dass sich die Stimmung im Laufe des Jahres auch bei herausfordernden Branchen wie der Automobilindustrie oder im Bausektor verbessert und der Bedarf an Personalberatung ebenfalls wieder steigt“, erklärt Arne Adrian, Vorsitzender des Vorstands im BDU-Fachverband Personalberatung.
Top-25-Unternehmen sind am optimistischsten
Je nachdem wie groß bzw. umsatzstark die befragten Unternehmen sind, fallen die Ergebnisse unterschiedlich aus. Dazu fragt der BDU Zahlen zur aktuellen Geschäftslage, Umsätzen und aktuellem Auftragsbestand ab. Danach sehen 13 Prozent der Befragten ihre aktuelle Geschäftslage als gut an. Darunter befinden sich mehrheitlich Unternehmen aus den Top-25-Firmen der Personalberatungsbranche (29 Prozent). In dieser Gruppe geben 27 Prozent an, dass ihr Umsatz in den vergangenen drei Monaten gestiegen ist. 17 Prozent der Top-25-Beratungsfirmen verzeichnen außerdem ein hohes Auftragsvolumen.
Ganz anders sieht die Lage bei kleinen Beratungsboutiquen aus. Mehr als die Hälfte (56 Prozent) geben an, dass ihre aktuelle Geschäftslage schlecht ist. Lediglich 15 Prozent liegen über Budget. Auch bei der Auftragslage ergibt sich kein positiveres Bild. 62 Prozent geben an, derzeit wenig Aufträge zu haben. Mittelgroße Beratungen schätzen ihre aktuelle Geschäftslage ähnlich negativ ein. 41 Prozent der Befragten liegt zurzeit noch unter Budget und 42 Prozent geben an, dass ihr Umsatz in den vergangenen drei Monaten geschrumpft ist. „Die Zahlen zeigen, dass große Unternehmen die negativen Entwicklungen immer noch besser auffangen können als die kleinen Beratungsboutiquen. Hier ist die Stimmung mit Abstand am negativsten. Wir hoffen auf mehr Optimismus für die kommenden Monate“, so Arne Adrian.
Verhaltener Blick in die Zukunft
Aktuell blickt der Großteil der Personalberatungsunternehmen aber noch eher verhalten in die Zukunft. Mittelgroße Firmen sind am optimistischsten. 28 Prozent erwarten eine günstigere Entwicklung. Zum Vergleich: Bei den Top-25-Firmen sind es 15 Prozent, bei den Beratungsboutiquen 19 Prozent und bei kleineren Unternehmen 21 Prozent.
Hintergrund BDU-Geschäftsklimabefragung Personalberatung
Insgesamt 302 Unternehmen aus der gesamten Personalberatungsbranche haben an der BDU-Online-Befragung „Geschäftsklima-Befragung Personalberatung“ für das 1. Quartal 2025 teilgenommen. 14 % der Teilnehmer gehören zu den Top-25-Unternehmen aus der Personalberatungsbranche in Deutschland, 35 % kamen aus größeren Personalberatung mit mehr als 1 Millionen Euro Umsatz. 47 % aus kleineren Personalberatungen mit weniger als 1 Millionen Euro Umsatz und 17 % aus Beratungsboutiquen mit einem Jahresumsatz von unter 250.000 Euro.