Die Geschäftsklimabefragung Personalberatung findet quartalsweise statt und setzt sich zusammen aus dem Geschäftsklimaindex (GKI) und dem Geschäftsdynamikindex (GDI).
Der GKI misst seit 2015 die Stimmung in der Executive-Search-Branche. Er fasst die Einschätzungen zur aktuellen Lage und zu den Erwartungen für die kommenden sechs Monate zu einem Gesamtwert zusammen (Basisjahr 2015 = 100).
Seit dem zweiten Quartal 2025 ergänzt der GDI dieses Bild. Er verbindet Lage, Erwartungen und Mandatslage und zeigt damit, wie viel tatsächliche Aktivität im Markt spürbar ist. Zum Vergleich wird regelmäßig auch der ifo-Geschäftsklimaindex herangezogen, einer der wichtigsten Frühindikatoren für die Entwicklung der deutschen Gesamtwirtschaft.
Q1/2026: Fragile Stabilisierung in der Personalberatung - Erwartungen verbessern sich, aktuelle Geschäftslage bleibt angespannt
Die Stimmung in der deutschen Executive-Search-Branche hellt sich zu Beginn des Jahres 2026 leicht auf. Der Geschäftsklimaindex des Bundesverbandes Deutscher Unternehmensberatungen (BDU), der quartalsweise erhoben wird, steigt im ersten Quartal auf 86,7 Punkte und entfernt sich damit weiter von seinem letzten Tiefstand Anfang 2025.
Der Anstieg des Index wird maßgeblich von optimistischeren Geschäftserwartungen für die kommenden sechs Monate getragen. Viele Personalberatungen blicken wieder zuversichtlicher auf die Marktentwicklung. Gleichzeitig verschlechtert sich die Bewertung der aktuellen Geschäftslage quartalsübergreifend spürbar. Die
Branche befindet sich damit in einer typischen Übergangsphase: Die Zuversicht kehrt zurück, während das
operative Geschäft noch unter Druck steht.
Geschäftsdynamik zieht an
Parallel zum BDU-Geschäftsklimaindex Personalberatung steigt auch der Geschäftsdynamikindex auf 99,4 Punkte und nähert sich damit der Neutralmarke an. Dies deutet auf eine leichte Belebung der tatsächlichen Marktaktivität hin. Erste neue Mandate werden wieder häufiger initiiert, allerdings bleibt das Niveau insgesamt moderat. Die Entwicklung zeigt: Der parallele Anstieg von Geschäftsklimaindex und Geschäftsdynamikindex spricht für eine erste Stabilisierung des Marktes.
Große Anbieter klar im Vorteil
Aufgeteilt nach Größenklassen ist auch im ersten Quartal 2026 eine deutliche Spreizung im Markt zu erkennen. Die Top-25-Personalberatungen verzeichnen mit einem Geschäftsklimaindex von 103,1 Punkten (+0,6) weiterhin den höchsten Wert. Auch bei den mittelgroßen Beratungen zeigt sich eine leichte Verbesserung: Bei einem aktuellen Indexwert von 95,4 Punkten (+0,9) dreht ihre Geschäftslage ins Positive, die Umsatzentwicklung bleibt stabil.
Bei kleineren Unternehmen – der aktuelle Indexwert liegt hier bei 89,3 Punkten (+8,3) - bleibt die aktuelle Lage angespannt, ebenso Auftragsbestand und Mandatslage. Gleichzeitig verbessern sich die Geschäftserwartungen für das kommende Halbjahr auch in diesem Segment deutlich.
Einzelberatungen und Boutiquen unterhalb von 250.000 Euro Jahresumsatz stehen weiterhin unter starkem Druck und verschlechtern sich leicht auf 79,0 Punkte (-2,7) und bleiben damit das schwächste Segment im Markt.
Insgesamt zeigt sich damit ein klares Bild: Während große und zunehmend auch mittelgroße Beratungen eine stabile bis leicht verbesserte Geschäftsentwicklung verzeichnen, stehen kleinere Anbieter weiterhin unter Druck. Die strukturelle Spreizung innerhalb der Branche bleibt damit auch zu Jahresbeginn 2026 ein prägendes Merkmal.
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Wenn Sie in einer Personalberatung (jede Hierarchieebene) tätig sind, können Sie sich gerne hier in unseren Verteiler für die Geschäftsklimabefragung eintragen lassen.
